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Gemeine Winterlibelle ist erwacht

Juli.

Bunte Flugkünstler

Der Drömling ist auch für Libellen ein wichtiges Rückzugsgebiet. Beispielhaft hierfür sind die im Drömling belegten Vorkommen von vier Arten der Gattung Moosjungfern (Leucorrhinia), darunter auch der letztjährige Neunachweis der Zierlichen Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis). Alle fünf in Deutschland vorkommenden Arten können durch das Merkmal ihrer weißen Stirn sicher der Gattung zugeordnet werden. Alle Moosjungfernarten stehen nicht nur in Deutschland sondern auch in ganz Europa in den höchsten Schutzkategorien. Sie stellen ganz besondere, komplexe Ansprüche an ihren Lebensraum. Nur wenn alle Faktoren wie z.B. die Lage des Gewässers, die Gewässerstruktur, oder die Pflanzenzusammensetzung im und am Gewässer ihren Ansprüchen genügen, können sich diese Arten erfolgreich reproduzieren. Eine Aufgabe des Naturschutzes besteht darin, diese wenigen noch vorhandenen Lebensräume (Biotope) zu erhalten, bzw. andere bestehende entsprechend zu entwickeln. Rechtlich gestützt und umgesetzt wird dieses Vorhaben durch die vielfach angezweifelten europäischen und nationalen Schutzbestimmungen wie z.B. die Natura 2000-Verordungen, die Wasserrahmenrichtlinie oder auch Management- bzw. Pflege-und Entwicklungspläne sowie zahlreiche Renaturierungen. Diese Vorschriften und Projekte haben maßgeblich dazu beigetragen, dass gegenwärtig ein positiver Trend hinsichtlich des Gefährdungsgrades unserer Libellenarten im Drömling und deutschlandweit verzeichnet werden kann. Waren 1998 noch 2/3 der heimischen Libellenarten in der Roten Liste Deutschlands aufgeführt, sind es nach Auswertung der Fundnachweise 2015 etwa noch die Hälfte.

Wer schon einmal Libellen am Wasser beobachtet hat, könnte zu dem Schluss gelangen, dass alle Libellen ihre Eier ausschließlich im Wasser ablegen, sei es an Pflanzenmaterial, ins Bodensubstrat oder einfach mit wippenden Flugbewegungen auf die Wasseroberfläche. Die Westliche Weidenjungfer auch Gemeine Weidenjungfer genannt (Chalcolestes viridis bzw. Lestes viridis) verfolgt eine andere Strategie. Sie bohrt im Spätsommer mit ihrer kräftigen Legeröhre kleine Löcher in die Rinde junger Weichhölzer wie Weiden und Erlen oder in andere senkrecht am Wasser befindliche Substrate. Pro Bohrloch werden dann bis zu drei Eier abgelegt, die dort überwintern. Erst gegen Ende März des folgenden Jahres schlüpfen die sogenannten Prolarven. Dies sind sehr widerstandsfähig und können, falls sie nach dem Schlupf nicht direkt ins Wasser gefallen sind, auch hüpfend zum Gewässer gelangen. Im Gegensatz zu den Moosjungfern die 2-3 Jahre als Larve im Gewässer verbleiben, ist das Larvenstadium der Gemeine Weidenlibelle nach 3 Monaten abgeschlossen. Kennzeichnend für diese metallisch grün aussehende Art sind die länglichen, einfarbig hellbraunen Flügelmale und die hakenförmige Zeichnung auf den Seiten der Brust. Eine weitere verblüffende Ausnahmeerscheinung unter den Libellen ist die eher unscheinbare Gattung der Winterlibellen (Sympecma). Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) und die Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca) sind die einzigen europäischen Libellenarten die als vollausgebildetes Insekt (Imago) überwintern. Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, benötigen sie geschützte Randlagen mit trockener abgestorbener Vegetation. Ihr Lebensstadium als Imago kann bis zu 10 Monaten betragen, statt der 6-10 Wochen wie bei den anderen Arten. Die Eiablage beginnt meist Anfang April. Nach 8-10 Wochen sind dann bereits schon die Larven zum Schlupf bereit. Winterlibellen sind kaum mit anderen Libellenarten zu verwechseln. Sie haben eine hellbraune Grundfärbung mit dunkelbrauner, kupferner Zeichnung und legen in Ruhestellung ihre beiden Flügelpaare auf einer Seite des Hinterleibes ab. Ein echter Blickfang im Reich der Libellen ist das prächtig rot gefärbte Männchen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea). Bei strahlenden Sonnenschein bereitet sie ihrem Namen alle Ehre. Die Feuerlibelle profitiert, wie auch die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii), oder auch der Südliche Blaupfeil (Orthetrum brunneum) vom Klimawandel. Seit mehreren Jahren zählen diese aus dem Mittelmeerraum stammenden Arten zum festen Libelleninventar Deutschlands.

Wenn ihr Interesse für Libellen geweckt ist, dann gehen sie doch mal auf Erkundungstour in den Drömling. Ein kleines Fernglas, sonniges, windstilles Wetter, Temperaturen über 20 °C sind die besten Voraussetzungen zum Beobachten von Libellen. Wer die Arten dann noch bestimmen möchte, der sollte sich mit einem kleinen Bestimmungsbuch und mit einem guten Fotoapparat, für die Bestimmung im Nachgang, ausrüsten. Mehr Informationen zum Thema Libellen erfahren Sie natürlich auch auf den zahlreichen Seiten im Internet. Noch ein Hinweis zum Schluss. Der Fang von Libellen ist nach den geltenden Naturschutzgesetzen verboten. Er bleibt den Spezialisten vorbehalten, um wissenschaftliche Erhebungen zu erstellen oder Artvorkommen zu belegen.

 

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Termine

17:00 Uhr Vorweihnachtliches aus dem Drömlingswald

Eine Geschichte zur Vorweihnachtszeit? Dekoratives oder Leckeres zum Advent? Wir wollen eine besinnliche Zeit mit Ihnen und euch verbringen.
Wir bitten um vorherige Anmeldung.
Treffpunkt: Kämkerhorst

Gänsebeobachtung

Jährlich nutzen tausende nordische Gänse den Drömling als Rastplatz auf ihrem Weg ins Überwinterungsgebiet. Die Flachwasserzone in Piplockenburg dient als Schlafplatz. Erleben Sie das tolle Naturschauspiel des Gänseeinflugs. Außerdem gibt es Interessantes zu diesen Gästen zu erfahren.
Anschließend können Sie in der Gaststätte "Drömlingsklause" Gänsebraten genießen, natürlich von glücklichen Hausgänsen.
Wir bitten um vorherige Anmeldung.
Treffpunkt: Mittellandkanalbrücke Piplockenburg

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