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Geplante Ausweisung als Biosphärenreservat

Der Naturpark Drömling wurde 1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR als eines von 14 Großschutzgebieten ausgewiesen und damit als „Tafelsilber der deutschen Einheit“ in das wieder vereinigte Deutschland eingebracht.
 
Seither wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz des Niedermoores und zum Erhalt seltener Arten und Lebensräume im Drömling umgesetzt. Erfolge dieser Maßnahmen sind u.a. die Wiederbesiedlung des Drömlings mit Seeadler, Wachtelkönig, Schilfrohrsänger, Fischotter und Elbebiber sowie die wachsenden Populationen von Weißstorch und Bekassine („Vogel des Jahres 2013“). Für Tausende nordische Gänse, Kraniche, Kiebitze und andere Zugvögel hat sich der Drömling zu einem bedeutenden Rastplatz in Mitteleuropa entwickelt.

Wichtige Projekt-Partner der Naturparkverwaltung waren dabei der Zweckverband „Naturschutzprojekt Drömling/Sachsen-Anhalt“, dessen Träger der Altmarkkreis Salzwedel, der Landkreis Börde und der WWF Deutschland sind, sowie die Naturschutz-Stiftung „The Stork Foundation – Störche für unsere Kinder“. Gemeinsam wurden durch Flächenkauf und wasserbauliche Maßnahmen günstige  Voraussetzungen geschaffen, knapp 4.000 ha in den Kern- und Nässezonen des 10.300 ha großen Naturschutzgebietes Ohre-Drömling ab 2012 schrittweise wiederzuvernässen.

Biosphärenreservate sind wie Naturparke großräumige Kulturlandschaften mit einer reichen Naturausstattung. In Biosphärenreservaten sollen darüber hinaus gemeinsam mit den hier lebenden Menschen beispielhafte Konzepte für ein nachhaltiges Wirtschaften entwickelt und gelebt werden. Insofern sind sie Modellregionen mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität, in denen ein ausgeglichenes Miteinander von Mensch und Natur als Entwicklungschance gesehen wird.
Biosphärenrservate sind Hauptinstrument des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) mit weltweit über 600 Schutzgebieten. In Deutschland gibt es aktuell 15 Biosphärenreservate, die von der UNESCO nach einem 40 Kriterien umfassenden Katalog geprüft und anerkannt sind. Die Flusslandschaft Elbe, das Wattenmeer, der Spreewald und die Rhön sind einige der nach den UNESCO-Kriterien ausgezeichneten Landschaften.
Auch der Drömling - das „Land der 1000 Gräben“ -  hat das Potenzial, mit seinen noch heute bewirtschafteten Moordammkulturen und dem großflächigen Graben- und Stauanlagensystem diese besondere Nutzungsform beispielhaft zu demonstrieren. Von daher wäre die internationale Anerkennung des Drömlings sowohl eine Auszeichnung für das bisher Erreichte als auch Verpflichtung, die Drömlingslandschaft durch gemeinsame Anstrengungen von Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und Bevölkerung dauerhaft zu erhalten und zu entwickeln.  

Biosphärenreservat Drömling – wie läuft das Verfahren?

Die Umsetzung des Naturschutzgroßprojektes und der Wiedervernässung in denn letzten 20 Jahren war mit einem hohen Konfliktpotenzial verbunden. Dies war und ist jedoch auch Ausgangspunkt, im Drömling zu gemeinsamen Lösungen zu finden und Probleme offen zu besprechen. Die jährlichen Drömlingskonferenzen und Arbeitsgruppensitzungen mit den betroffenen Gemeinden, den Nutzerverbänden und den Fachbehörden haben sich als Plattform für einen Informationsaustausch und einen stetigen Diskussionsprozess bewährt. Auch die
umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung in den Wasserrechts- und Flurneuordnungsverfahren, die Vorstellung der Maßnahmen auf den Verbandsschauen des Unterhaltungsverbandes Obere Ohre und auf vielen Veranstaltungen der örtlichen Landwirtschafts-, Jagd- und Angelverbände sowie zahlreiche Einzel- und Beratungsgespräche mit Landwirten haben zum gegenseitigen Vertrauen und Verständnis von Nutzung und Schutz beigetragen.

Auf diesem erreichten Stand kann auch ein künftiges Biosphärenreservat Drömling aufbauen. Für 2013 sind im Vorfeld die Abstimmungen mit den beteiligten Landkreisen und Gemeinden sowie Verbänden zu den Biosphärenreservatsgrenzen geplant bzw. laufen bereits. Hierdurch soll bereits vor Beginn des offiziellen Ausweisungsverfahrens ein möglichst großes Einvernehmen mit allen Betroffenen erreicht werden. Parallel werden auch die Verordnungen über das Landschaftsschutzgebiet Drömling von 1990 und das Naturschutzgebiet Ohre-Drömling von 2005 überarbeitet. Hierbei soll grundsätzlich keine Verschärfung der bestehenden Verordnungsinhalte erfolgen. Vielmehr ist eine Anpassung an das aktuelle Recht sowie an mögliche neue Nutzungsformen bei vereinfachten Verwaltungsverfahren vorgesehen.

Was bringt ein Biosphärenreservat Drömling für die Region?

In Biosphärenreservaten stehen der Schutz der biologischen Vielfalt, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung sowie die Umweltbildung und die Forschung als gleichrangige Ziele nebeneinander. Mit einer Biosphärenreservatsausweisung würde die Schutzgebietsverwaltung noch stärker als bisher in die Verantwortung genommen, über den Natur- und Landschaftsschutz hinaus die kulturelle Identität zu stärken und die regionale Wertschöpfung zu fördern. Konkrete Aufgabenstellungen und Projekte sind zum Beispiel

  • die Entwicklung von Angeboten des Naturerlebens, wie Tierbeobachtungen und geführte Exkursionen, sowie des Naturgenusses, z.B. Drömlingsrindfleisch in den Gaststätten, und deren geschickte Verknüpfung für mehrere Standorte im Drömling
  • die bessere Vernetzung, Unterhaltung und touristische Vermarktung  der Radwanderwege über die Gemeinde-, Kreis- und Landesgrenzen hinaus
  • die Entwicklung von Verwertungsmöglichkeiten für den Grünlandaufwuchs aus den Nässezonen des Naturschutzgebietes
  • die Qualifizierung ehrenamtlich tätiger „Drömlingsführer“ als Unterstützer für die wachsende Besuchernachfrage. 


Wenn es gelingt, diese Zielstellungen durch die Einbeziehung aller Drömlingsgemeinden und Interessenten in die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“ umzusetzen, wird die angestrebte „nachhaltige Entwicklung“ auch tatsächlich zu einer stärkeren regionalen Wertschöpfung führen. Der Drömling hätte dann nicht nur als bedeutsamer Natur- und Landschaftsraum, sondern auch für die hier lebenden Menschen eine Perspektive.

Ein Biosphärenreservat Drömling mit Niedersachsen?

Den Naturraum Drömling ist länderübergreifend. Etwa 80% der Niedermoorlandschaft befinden sich in Sachsen-Anhalt, 20% in Niedersachsen. Bisher wird nur in Sachsen-Anhalt der Auftrag der Landespolitik umgesetzt und ein Biosphärenreservat geplant. Gleichwohl wäre es durchaus sinnvoll, den einst durch den „Eisernen Vorhang“ geteilten Landschaftsraum in einer Schutzgebietsform zusammenzuführen, wie dies bereits im Nationalpark Harz geschehen ist.  
Der Abschluss der Naturschutzgroßprojekte in beiden Bundesländern könnte den  Anmstoss geben, über die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit in neuer Form nachzudenken. Da Naturschutz Ländersache ist, wird die Entscheidungsfindung davon abhängen, wie sich die niedersächsischen Gemeinden zum Thema Biosphärenreservat positionieren werden. Wir blicken zuversichtlich in die nächsten Jahre. Helfen sie mit, wo immer Sie können.

Termine

17:00 Uhr Vorweihnachtliches aus dem Drömlingswald

Eine Geschichte zur Vorweihnachtszeit? Dekoratives oder Leckeres zum Advent? Wir wollen eine besinnliche Zeit mit Ihnen und euch verbringen.
Wir bitten um vorherige Anmeldung.
Treffpunkt: Kämkerhorst

Gänsebeobachtung

Jährlich nutzen tausende nordische Gänse den Drömling als Rastplatz auf ihrem Weg ins Überwinterungsgebiet. Die Flachwasserzone in Piplockenburg dient als Schlafplatz. Erleben Sie das tolle Naturschauspiel des Gänseeinflugs. Außerdem gibt es Interessantes zu diesen Gästen zu erfahren.
Anschließend können Sie in der Gaststätte "Drömlingsklause" Gänsebraten genießen, natürlich von glücklichen Hausgänsen.
Wir bitten um vorherige Anmeldung.
Treffpunkt: Mittellandkanalbrücke Piplockenburg

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